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Auf den Sanddünen von Mui Ne

Auf den Sanddünen von Mui Ne

Der Wecker läutet wieder früh, da unser Bus bereits um 8.00 Uhr startet. Unsere Kleidung von gestern ist natürlich noch nicht trocken und so stopfen wir unser feuchtes Zeug in die Rucksäcke und sind froh, in wärmere Gefilde aufzubrechen. Unser Ziel ist Mui Ne, ein Urlaubsort am Meer. Die Fahrt mit dem 25-Sitzer-Bus dauert ca. 3,5h und ist überraschenderweise durchaus angenehm. Die Straßen in Vietnam, sind wie schon einmal erwähnt, recht gut ausgebaut. Nur einmal kommen wir an eine Baustelle, die uns an frühere Busfahrten erinnert. :D

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Mui Ne ist ein sehr beliebter Urlaubsort für russische Touristen. Dementsprechend finden sich in Restaurants, Bars und Reisebüros neben vietnamesisch und englisch auch russische Beschriftungen. Der Ort selbst ist nicht sehr aufregend. Im Gegenteil, es reihen sich Bars, Lokale und Guesthäuser nebeneinander. Am Straßenrand liegt um einiges mehr Müll als wir das bisher von Vietnam gewohnt sind.

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Neben dem Umstand, dass Mui Ne ein Treffpunkt für Kitesurfer ist, bietet der Ort auch noch eine Besonderheit. Sanddünen. Obwohl es hier keine Wüste gibt, haben sich in dieser Küstenregion zwei Dünengebiete gebildet, die jedes Jahr Scharen von Touristen anlocken. So auch uns. Neben den klassischen weißen Sanddünen, gibt es auch noch rote Sanddünen und da ich schon immer einmal auf Sanddünen stehen wollte, mussten wir einfach hier her kommen.

Weil Silvester vor der Türe steht war unsere Unterkunftssuche eher schwierig. Zur Auswahl standen 50€-Zimmer in mittelmäßig bewerteten Hotels, ein Zelt in einem Garten (kein Scherz) und ein 10€-Zimmer in einem sehr einfachen Guesthouse, welches wir schließlich vorgebucht haben. Da bei unserer Ankunft das Zimmer noch nicht fertig ist, marschiert Armin schon einmal zum Busunternehmen, um uns Tickets für die Weiterreise nach Ho Chi Minh City (HCMC) für morgen zu sichern. Ich warte indessen eine geschlagene Stunde darauf, dass unser Zimmer fertig gemacht wird. Offensichtlich ist hier nur die Chefin für die Zimmerreinigung zuständig. Der Rest der Familie sitzt gelangweilt am Boden und/oder spielt am Handy. Das Zimmer ist mehr als Basic, aber für eine Nacht reicht es. Die Ameisen und die eigenwilligen Flecken an der Wand ignoriere ich einfach mal. Die Dusche funktioniert auch nur so halb. Wie hier eine 8,8-Bewertung auf Booking.com zustande kommt ist mir ein Rätsel. Dafür habe ich genug Platz unsere nasse Kleidung aufzuhängen. :-)

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Kurz darauf bin ich auch schon am Treffpunkt mit Armin, der unsere Bustickets besorgt hat. Das war wirklich auf den letzten Drücker, denn zu Silvester möchten offensichtlich viele Menschen nach HCMC fahren. Während wir in einer kleinen Bar den wahrscheinlich besten Passionfruit-Saft überhaupt genießen, kommen wir mit der Bar-Besitzerin ins Gespräch. Armin, der sich natürlich mehr als ausgiebig im Internet über den Ort informiert hat, fragt wie das denn hier tatsächlich mit den Polizeikontrollen so abläuft. Das Internet ist nämlich voll mit Geschichten, wie die Polizei hier Ausländern das Geld aus der Tasche zieht. Manche könnten es auch Betrug nennen. :-) Angefangen haben die Polizeikontrollen vor einigen Jahren aufgrund des eher rücksichtslosen Fahrverhaltens einiger russischer Urlauber. Diese haben dann Geld geboten, um während des Urlaubs weiterhin mit dem Scooter fahren zu dürfen. Als man dann gemerkt hat, welche Unsummen Touristen bereit sind zu zahlen, wurden die Kontrollen erweitert. Bis zu 5.000.000 Dong (ca. 190€) werden verlangt, man kann aber natürlich verhandeln. :D Eine Million ist der Richtwert. Und auch wenn alles in Ordnung ist bezahlt man, schließlich muss die Polizei ja leben. Die behaupten dann einfach, dass der internationale Führerschein in Vietnam nicht gültig ist (Blödsinn) oder dass man zu schnell gefahren ist (kurz vor dem Checkpoint schießt ein anderer Kollege Handyfotos, welche er an die kontrollierenden Freunde weiterschickt, die dann schnell und kreativ mit einer App Kilometerangaben hinzufügen). Und so steht der Tourist da und veschen zu fünft auf einem Scrhandelt, weil er z.B. mit einer zweiten Person Scooter gefahren ist, während die Einheimiooter, ohne Helm, zu schnell und mit dem Handy in der Hand vorbeirasen. :-) Hat man nicht genug Bargeld bei sich, bringt einem die Polizei sogar zum nächsten Bankomat. So viel Service muss schon sein. Die (wirklich unglaublich nette) Besitzerin der Bar mein schließlich „The police is making money.“. Und das nicht nur durch Touristen. Auch Hotel- und Restaurantbesitzer werden regelmäßig „kontrolliert“. Irgendeine Unstimmigkeit würde sich schon finden. Oft geht die Polizei aber auch ganz offen vor und sagt, man brauche Geld für ein Flugticket nach Hanoi. Oder man verlangt von einem Hotel ein freies Zimmer, da ein Freund zu Besuch kommt. Das nennt sich dann wohl Schutzgelderpressung und erinnert uns wieder einmal an Geschichten aus Italien. :-)

Wir beschließen also uns hier keine Scooter auszuleihen, da wir keine Lust haben, der Polizei Geld in den Rachen zu stecken. Schließlich ist es unmöglich ihnen zu entgehen, da die Checkpoints an der einzigen Straße Richtung der Weißen Dünen errichtet werden.

Zunächst machen wir uns auf um uns den Fairy Stream anzusehen. Dies ist ein kleiner Fluss, den man von der Stadt aus zu einem Wasserfall durchwandern kann. Mit „fairy“ (englisch für Fee) hat das aber leider nicht viel zu tun. Mit hunderten anderen Touristen schieben wir uns einen kleinen Bach entlang. Zu Beginn stinkt es erbärmlich nach Kloake. Die versprochene Romantik bleibt aus.

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Die Landschaft ist zwar durchaus beeindruckend, die vielen (hauptsächlich chinesischen) Urlauber lenken davon allerdings leider etwas ab. Natürlich gibt es auch die obligatorischen Bars am Ufer, aber auch Straußenreiten (ja wirklich…) und Posieren mit einer Schlange wird angeboten.

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Erst gegen Ende des Streams werden die Massen weniger. Vielleicht liegt es daran, dass hier stellenweise der Bach tiefer wird, wobei wir hier immer noch von Waden-Höhe reden. Am Ende finden wir einen kleinen Wasserfall, der wirklich nett ist.

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Von dort suchen wir uns den Weg zur Straße und finden ein Taxi, das uns zu einem anständigen Preis zu den roten Sanddünen bringt. Die Sanddünen sind natürlich auch Touristen-Magnet. So wird man bei der Ankunft natürlich sofort von Einheimischen (großteils leider Kinder) belagert, die uns einen Slide, also ein Kunststoffbrett zum Rutschen auf den Sandhügeln andrehen wollen. Wir lehnen dankend ab.

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Die Touristenmassen tummeln sich im ersten Abschnitt der Dünen. Da dies für uns aber vollkommen uninteressant ist, wandern wir einfach ein bisschen weiter. Und es ist wirklich unglaublich. Nur wenige 100 Meter hinter den Menschenmengen finden wir uns ganz alleine wieder. Es sieht aus wie in der Wüste – oder zumindest stellen wir uns die Wüste so vor. :-) Im Sand zeichnet sich das Muster des Windes ab. Es ist wunderschön! :-)

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Da das Wetter in den letzten Tag auch hier nicht so toll war, ist der Sand glücklicherweise nicht heiß und so laufen wir gemütlich über die Dünen und bestaunen dieses Naturschauspiel. In der Ferne sehen wir die Kitesurfer am Meer und die Urlauber beim Sliden. :D

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Im hinteren Abschnitt der roten Dünen ist es wirklich sehr schön und wir haben das Gefühl in unberührter Natur zu stehen. Im vorderen Teil ist das schon ganz anders. Viele Menschen hinterlassen leider auch viel Müll. Im Internet haben wir bereits gelesen, dass die Dünen zugemüllt werden. Das stimmt leider, aber zumindest nur für den Eingangsbereich.

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Wir beschließen, die weißen Dünen nicht mehr zu besuchen. Jetzt noch ein teures Taxi zu suchen, ist uns zu aufwändig. Da wir aufgrund der Wolken am Himmel ohnehin keinen Sonnenuntergang sehen werden, fahren wir wieder in die Stadt zurück. Und das stellt sich durchaus als Herausforderung dar. Unsere liebe Bar-Chefin hat gemeint, dass man den Bussen einfach nur vom Straßenrand zuwinken muss, dann halten die schon. Offensichtlich gilt dies nicht immer. Armin hat im Internet gelesen, dass einem die Busse oft nicht mitnehmen, da sonst die Taxifahrer kein Geschäft machen. So winken wir zahlreichen Bussen zu, aber keiner bleibt stehen, obwohl von weitem erkennbar ist, dass noch Plätze frei sind. Erst als wir ein gutes Stück von den Dünen weg Richtung Meer gehen, findet sich dann doch ein Bus, der uns zurück ins Zentrum bringt. Egal wohin man kommt, die Taxi-Mafia war schon da. :-)

Am Abend gönnen wir uns dann einen Sea-Food-Hot-Pot. Mit leckeren Fisch und Meeresfrüchten lass wir den Tag gemütlich in einem Restaurant direkt an der Küste ausklingen. Die Wellen sind so heftig, dass wir schließlich sogar Tisch wechseln müssen, um nicht nass zu werden. :-)

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Sehr müde vom langen Tag fallen wir dann in unser Brettchen und freuen uns schon morgen Silvester in HCMC zu verbringen.

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