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Langkawi

Langkawi

Wir haben genug von großen Städten und vielen Menschen (und ich habe auch genug von Street Art :-)). Also haben wir beschlossen, ein paar Tage auf Langkawi zu verbringen. Viele Travel-Blogs preisen die Insel als unentdecktes und unerforschtes Schmuckstück an, das unglaublich viel zu bieten hat. Wir sind also gespannt. Langkawi liegt im Norden von Malaysia, wo sich die Straße von Malakka Richtung Andamanensee öffnet. Nur wenige Kilometer entfernt liegen die ersten thailändischen Inseln. Bereits vor ein paar Tagen haben wir uns Fährtickets besorgt, das Speedboot braucht aber trotzdem noch über drei Stunden und ist auch etwas verspätet. :-) Ich hatte mich zwar auf meinen Fensterplatz gefreut (und diesen auch bei der Verteilung der Plätze ergattert), ein Einheimischer wollte meinen Platz aber nicht aufgeben. Also vertrieben wir uns die Fahrt mit Hugh Jackman in „The greatest Showman“ mit malayischen Untertiteln. Iirgendwann meldete sich das schlechte Gewissen des Platzdiebes dann wohl doch und er bot uns Pringles als Ölzweig an (Wir nehmen an und der Frieden zwischen Europa und Malaysia ist damit wieder hergestellt. :-) ).

Auf Langkawi angekommen bringt uns ein Grab für 80 Cent zu unserem AirBnB. Oberhalb des Haupthafens der Insel haben wir einen wunderbaren Blick auf das Meer, rund um uns ist Dschungel und die Affen turnen in den Bäumen. Leider scheint auch ein Affe unter dem Dach zu leben, der uns mit seinem Rumturnen mehrmals weckt. Kann aber auch eine Schlange oder eine Ratte sein, wer weiß das schon. Affen liegen allerdings nahe, schließlich kommen sie mehrmals täglich zu Besuch.

Die nächsten Tage verbringen mit Recherche für Indonesien und entspannen etwas. Und natürlich besorgen wir uns wieder einen Scooter, den Raphaela tapfer meistert. Sie wird inzwischen schon richtig gut und hat sichtlich Freude am Fahren. Deshalb kutschiert sie uns dann auch sehr souverän auf den Gunung Raya, die mit 881m höchste Erhebung der Insel.

Zwischendurch müssen wir Straßensperren überwinden, da gewisse aufdringliche Einheimische Maut einfordern (wir bezahlen aber nicht, haben keinen Bananen dabei). :D

Auf dem Gunung Raya stehen eigentlich ein Hotel sowie ein Aussichtsturm, diese scheinen aber schon länger geschlossen und gesperrt zu sein.

Trotzdem ist die Aussicht über die Insel, das Meer und die Mangroven durchaus angenehm zu betrachten. Wir haben schon schlechtere Panoramen fotografiert. :-)

Auf dem Rückweg entdecken wir noch einen Tankwagen, der wohl schon länger unbewegt rumsteht. Das schließen wir aus dem drei Meter hohen Baum, der durch die Anhängerkupplung wächst. Aber was soll‘s, stört hier ja niemanden.

Am ersten Tag fahren wir rund um die ganze Insel, in der Hoffnung, noch einmal so einen traumhaften Platz zu finden, wie in Koh Chang. Leider gelingt uns dies nicht. Es gibt zwar Strände, aber keine Bungalows. Es gibt Hotels am Strand, aber die Bewertungen sind miserabel. Und die wenigen Hotels mit guten Bewertungen kosten 1.000€ und mehr pro Nacht (wir waren selbst ziemlich überrascht). Unsere Hoffnungen auf einen Strandbungalow in perfekter, ruhiger Lage zum leistbaren Preis werden in Langkawi leider zerstört. Die Insel präsentiert sich nämlich gar nicht so unerforscht, wie die Reiseblogger wiedermal mitteilen (wie Raphaela bereits schon einmal angemerkt hat: Man sollte denen wirklich nicht allzu viel glauben.). Auf jeden Fall bin ich erstmal etwas frustriert (edit Raphaela: eher unglaublich sauer), dass sich meine Erwartungen nicht erfüllen und wir irgendwie auf Langkawi feststecken, schließlich haben wir die Flüge nach Indonesien in zehn Tagen bereits gebucht und müssten diese verfallen lassen, wenn wir woanders hinreisen. Nach ein paar Bierchen (Langkawi ist Duty Free-Zone, deshalb gibt’s hier endlich wieder normale Preise), bessert sich meine Laune wieder und ich finde doch ein nettes kleines Hotel im Landesinneren, das ausgezeichnete Bewertungen hat (ist halt nicht am Strand). Um nicht enttäuscht zu werden, fahren wir hin, und besichtigen das Ganze. Der Chef empfängt uns sehr nett und zeigt uns die Anlage. Aus alten Schiffscontainern wurden kleine Hotelzimmer gebaut, es ist ruhig, gepflegt und die Betten sind weich.

Wir schlagen zu und ziehen am nächsten Tag um. Goldrichtige Entscheidung. Die kommenden Tage genießen wir im Camp Valley Fitness-Retreat. Eigentlich ist das Ganze für Kickboxer ausgelegt, da der Chef selbst begeisterter Boxfan ist. Also gibt es ein kleines Trainingszentrum und einen Ring. Und auch der kleine Sohn des Hauses ist schon ambitionierter Boxer. Ich habe natürlich keine Chance. :-)

Eine der Hauptattraktionen auf Langkawi ist die SkyCab, eine Seilbahn, die hoch auf die umliegenden Hügel führt. Da Doppelmayr die Bahn gebaut hat (deshalb kennt jeder auf der Insel Vorarlberg :-) ), sollten wir problemlos damit fahren können. :-) Wir schnappen uns also unseren Scooter, fahren zur Talstation und kaufen die Tickets, die für Ausländer wiedermal mehr kosten wie für Einheimische (ich denke, wir sollten dieses Prinzip langsam für Asiaten auf Europaurlaub auch einführen :-) ). An jedem Eingang zur Bahn versucht man, Fotos von uns zu machen, die wir nachher kaufen dürfen. Als wir versuchen uns zu weigern sagt eine nette Dame, dass jeder das Foto machen muss. Ich gehe einfach weiter, sie versucht mir mit den Händen den Weg zu versperren, gibt aber schlussendlich auf. Und so stehen wir schon bald auf dem Gipfel, spazieren zur Hängebrücke, versichern uns wiedermal Raphaelas Haltung zu Liebesschlössern (Anmerkung Raphaela: Ich finde die Teile einfach lächerlich.) und genießen die Aussichten.

Ein Wegweiser auf verschiedene Seilbahnen wirkt wie ein Omen. Queenstown hat anscheinen auch eine Seilbahn, d.h. wir müssen wohl in knapp über einem Monat auch mit der fahren. :-)

Außerdem lerne ich, dass man Affen mit seinem Handy (auf dem Selfiestick) nicht zu nahe kommen soll. Auch wenn‘s sehr knapp war, durfte ich mein Handy dann doch behalten. Der Affe wollte sicher lieber ein iPhone…

Asiaten stehen irgendwie darauf, viele viele Fotos zu schießen. Was liegt also näher, als ein 3D-Bildermuseum einzurichten. Hier kann man sich so in Bilder stellen, dass man fast damit verschmilzt. Und Raphaela will natürlich jedes einzelne Motiv ausprobieren… (edit Raphaela: Nein, nicht jedes. Aber der Eintritt war im Seilbahn-Ticket inbegriffen, also warum nicht mal ausprobieren.)

Vielleicht sieht man es ja ab und zu auf unseren Fotos: Ganz so begeistert bin ich nicht davon, permanent alles fotografieren zu müssen oder fotografiert zu werden. Aber Raphaela ist dies betreffend in den letzten Monaten doch asiatisiert worden. Irgendwann bin ich dann müde und lege mich hin. :-)  (Anmerkung Raphaela: Wenn wir wieder zu Hause sind und ich die neue Wohnung mit Fotos von unseren Reisen schmücke, wirst du dankbar sein. :-) ) Anschließend ist endlich Zeit für Strand. Nur wenige Kilometer von der Seilbahn entfernt erstreckt sich weißer Sand über drei Kilometer. Und glücklicherweise war er fast leer. Raphaela übt sich im Felsenklettern und sammelt Muscheln, während ich das Meeresrauschen genieße.

Und so vergehen die Tage schnell. Wir liegen an Stränden, erkunden Wasserfälle, finden 50 malayisches Geld und können davon zwei Mal essen. :-) Essen kommt nämlich nicht zu kurz. Es gibt Fisch und Muscheln in leckeren Saucen.

Außerdem Meeresfrüchtesalat und frittierte Garnelen in netter Gesellschaft. Die Tochter der Restaurantbesitzer fühlt sich bei mir sichtlich wohl und ich gebe zu, etwas Spaß habe ich dann auch.

Zwei Highlights der Langkawi-Fressorgie sind aber sicher ein Restaurant, das wir nur ganz zufällig beim Vorbeifahren entdecken und der Schokoshop. Das Restaurant ist riesig und so von Einheimischen überlaufen, dass wir einfach stehen bleiben müssen. Ein Buffet von 40 verschiedenen Speisen steht bereit, man bedient sich einfach mit Reis und Beilagen. Dann wird abgerechnet. So kostet das ganze Essen auf jedem der zwei kommenden Bildern inklusive Getränke jeweils ca. 5€. Und es ist köstlich. Currys Fisch, Reis, gebratene Nudeln, Gemüse, Quiche, Aufläufe… alles zum Spottpreis.

Dann gibt da noch den Schokoshop. Neben leckeren Käse- und Schokokuchen werden allerlei Schokoaufstriche angeboten. Man sieht, dass es schmeckt.

Magenfüller sind aber auch die Milchshakes. Im praktischen 1,5l-Becher abgefüllt (was wir vorher nicht wussten) und zum Preis von 80 Cent ist es einfach unmöglich, den ganzen Becher leerzutrinken. Aber trotzdem lecker.

Wer‘s auf den Bildern bisher noch nicht gemerkt hat: Für mich war‘s Zeit für den Friseur. Ein gelungener Haarschnitt für ganze 2€. Fair wie ich finde. Der Bart bleibt aber – der ist so Aussteiger. :-)

Noch einmal ziehen wir um, da wir noch etwas Zeit am Hauptstrand in Cenang verbringen wollen. Wir haben ein nettes Hotel gefunden und lassen uns von einem Grab hinbringen. Das Hotel lohnt sich wirklich. Wir haben ein gemütliches Zimmer, einen kleinen Balkon, ein gemütliches Bett mit toller weicher Matratze und einen Pool.

Raphaela nutzt das natürlich aus. Ich frage mich immer noch, was gerade eben so Schockierendes in dem Buch passiert sein kann, dass sie so einen Gesichtsausdruck macht. :-)

Außerdem versucht Raphaela auf Langkawi wieder einmal die Welt zu retten. Und da sie ein bisschen Müll entdeckt hat, muss ich zusammen mit ihr wieder bei den Trash Heros anrücken. :-)

In einer Stunde sammeln wir 30 Müllsäcke voll Dreck von der Straße, Raphaela ist glücklich und die obligatorischen Fotos gibt’s auch noch.

Anschließend steht noch ein Besuch bei einem buddhistischen Tempel an, wo die Lieblingstiere meiner Mutter angebetet werden. :-)

Ein letzter Ausflug steht auf Langkawi noch aus. Laut verschiedenster Blogger ist es ein absolutes Muss, eine Mangroven-Tour (sei es per Schiff oder Kajak) zu machen. Wir entscheiden uns für das Schiff, da uns Kajak mit 55€ pro Person für drei Stunden doch als etwas überteuert erscheint. Als wir beim Hafen ankommen, wird uns ein Boot für 2h für 75€ angeboten. Als ich mitteile, dass das viel zu viel ist und wir gerne mit dem angebotenen geteilten Boot fahren würden, teilt mir die Dame mit, dass das Boot nicht fährt und sie nur private Boote haben. Eh klar – kosten halt mehr. Dann schiebt sie den Angebotsblock etwas weiter von einer anderen Gruppe weg und meint ganz leise, dass sie extra und speziell nur für uns ein Sonderangebot machen kann und wir das Boot für 50€ statt für 75€ bekommen. Ich sage, dass wir uns noch einmal umschauen und wir gehen zu einem anderen Stand. Auch dort bekommen wir speziell und exklusiv nur für uns, weil wir so nett sind, mehr oder weniger die gleiche Preisreduktion. So läuft das also. Da wir die Mangroventour machen wollen, beißen wir in den sauren Apfel und buchen ein Boot für 2h für 50€ (zum Vergleich nochmal: Der Ganztagesbootsausflug in Cat Ba in Vietnam inklusive Abholung vom Hotel, Essen, Kuchen und 1,5h Kajak hat ebenfalls 50€ gekostet).

Wir fahren also mit einem kleinen Boot erst zu einer Fledermaushöhle, aus der wohl aufgrund des Touri-Andrangs bis auf ein paar besonders Hartgesottene alle anderen Fledermäuse schon ausgezogen sind.

Dann geht’s weiter zu zahlreichen schwimmenden Restaurants, wo ein paar Fische in Becken leben. Diese präsentiert man den Touristen, die anschließend bitte (zu gehobenen Preisen) Essen und Trinken sollen. Schön ist allerdings der kurze Abschnitt auf kleinen Kanälen durch die Mangroven, wo wir endlich einmal nahe der Natur sind und nicht nur durchs Wasser brausen.

Anschließend geht’s noch zum Wappentier der Insel, zu den Adlern. Fischer haben recht schnell bemerkt, dass die Adler gerne vorbeikommen, wenn der Beifang ins Wasser geworfen wird. Und das macht man sich heute für die Touristen zu nutze. Die Fahrer wissen wo die Adler sind, die Adler wissen, wo die Boote hinkommen. Ein bisschen Hühnerfleisch dazu und schon gibt’s die perfekten Bilder. Den Tieren wird dabei ein unnatürliches Verhalten antrainiert. Aber ohne Adlerfütterung gibt’s halt keine Mangroventour….

Lange hatten wir ja überlegt, die Tour mit Kajaks zu machen. Als wir auf dem Rückweg allerdings eine Kajakgruppe sehen, die genau unsere Route fährt, zwischen den ganzen Schiffen, die mit ziemlich viel Speed übers Wasser fliegen, sind wir froh uns doch nur für das Schiff entschieden haben.

Unser Schiff liefert uns im Übrigen pünktlich nach 1,5 von zwei gebuchten Stunden wieder am Hafen ab. Es gab zwar ein paar nette Momente auf der Tour, allerdings mussten wir feststellen, dass es sich dabei im Großen und Ganzen um einen ziemlich überteuerten Touristennepp handelt. Wir können uns den ganzen positiven Aussagen, die sich so online finden nicht anschließen. Aber jeder erlebt Sachen halt anders. Anschließend verbringen wir noch etwas Zeit am Strand und Raphaela mutiert zum Sandmonster.

Am Abend lernen wir ein paar Wiener kennen. Wir spielen Yahtzee (ich pulverisiere alle Rekorde und vernichte meine Gegner – an meine zwei Kniffel kommt niemand ran) und anschließend ziehen wir noch um die Häuser. Raphaela hat sich schon vorher verabschiedet, sie fand die Wiener einfach zu „wienerisch“. :-) (Anmerkung Raphaela: „Geh schleich di, Oida.“ und „Mah, bist deppat.“ muss ich gerade wirklich nicht haben.) Es wird noch eine lange Nacht, also genießen wir am kommenden Tag unser weiches Hotelbett und bereiten uns seelisch und moralisch auf Indonesien vor. Denn bald hebt unser Flieger nach Sumatra ab. Es war dann doch richtig schön auf Langkawi, aber unentdeckt ist die Insel ganz und gar nicht. :-)

 

Comments


Kofler Barbara 02.01.2019

Lieblingstiere meiner Mutter:(:(:(:( :):)

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