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Mit dem Zug durch Yangon

Mit dem Zug durch Yangon

Heute gibt es wieder zwei auf einmal. Zunächst müssen wir nämlich von Hpa-An nach Yangon fahren und wie jede Reise in Myanmar, dauert diese etwas länger. Da wir leider keinen VIP-Bus mehr erwischt haben, fahren wir nun mit dem „normalen“ Bus in die größte Stadt des Landes. Sieben Stunden lang. Inklusive „guter“ Klimaanlage versteht sich. ;-) Die Fahrt ist unspektakulär und langwierig. Wie bei jeder Fahrt gibt es eine längere Pause an einem – nennen wir es „Ort, an dem es etwas Essbares gibt“. Denn Restaurant oder ähnliche wäre unangebracht. Zum ersten Mal auf unserer Reise weigern wir uns etwas zu essen. Es stinkt. Und zwar nach verdorbenen Lebensmittel. Über dem Fleisch kreisen Fliegen (und ich will gar nicht wissen was sonst noch). Hunger haben wir hier keinen, wir wollen nur in unseren Bus zurück. Um ca. 19.00 Uhr kommen wir dann endlich am Busbahnhof in Yangon an. Der Busbahnhof befindet sich 18 Kilometer außerhalb des Zentrums und ist riesig. Für eine Weiterfahrt in unser Hotel benötigen wir ein Taxi, das uns Armin über die App „Grab“ bestellt. Grab funktioniert wie Uber. Man schickt eine Anfrage mit Start und Ziel und der nächstgelegene Taxifahrer kommt und man kann am Handy genau sehen wo sich das Taxi gerade befindet. Da natürlich am Abend hohes Verkehrsaufkommen herrscht, benötigen wir über eine Stunde bis wir endlich im Hotel sind. Für unsere letzte Unterkunft in Myanmar haben wir entschieden auf harte Betten und unangenehm riechende Bäder zu verzichten und uns daher im „Best Western Chinatown“ eingemietet. Das Zimmer koste zwar 40€ die Nacht inklusive Frühstück, das große Kuschelbett und das saubere Bad sind es aber allemal wert. Da wir müde sind, suchen wir uns in der Nähe noch schnell ein Lokal zum Abendessen. Das stellt sich wieder einmal als schwieriger heraus als gedacht, denn Armins Auswahl von TripAdvisor hat leider geschlossen. So stolpern wir nach 10-minütiger Suche in ein asiatisches Lokal, in dem das Essen nur mittelmäßig ist und auch nicht gerade satt macht. Kurz darauf fallen wir aber auch schon hundemüde in unser weiches Bett. :-)

Wir haben sehr gut geschlafen. Kein Lärm. Einfach wunderbar. Irgendwann gegen 9.00 Uhr krabbeln wir dann doch etwas wiederwillig aus dem Bettchen, da wir ja frühstücken wollen. Die Auswahl ist riesig. :-) Zum ersten Mal in Myanmar besteht das Frühstück nicht aus Toastbrot, Erdbeermarmelade und „Butter“ (die Anführungszeichen deshalb, weil das was hier meist als Butter serviert wird, definitiv nicht unseren europäischen Vorstellungen entspricht). Es gibt die Klassiker wie Müsli, Brot, verschiedene Aufstriche und Obst, aber auch asiatische Gerichte und Suppen. Ein Koch bereitet frische Pancakes und Waffeln zu. Ich muss aber zugeben, dass ich mir beim Anblick dieses üppigen Frühstücks schon etwas komisch vorkomme, wenn außerhalb des Hotels die Menschen in Armut leben. Ich habe zwar kein schlechtes Gewissen, aber es irritiert mich immer wieder. Eine positive Beobachtung machen wir aber betreffend des Personals. Dieses darf sich in ihrer Pause ebenfalls am Buffet bedienen. Das finden wir gut.

Myanmar Burma Yangon Rangon Circle Train Zug Shwedagon Chinatown Sule Pagode

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Bis wir endlich richtig in die Gänge kommen ist es schon nach 12.00 Uhr. Aufgrund des Zimmerpreises haben wir beschlossen, das Bett so viel wie es nur geht auszunutzen und haben noch ein kleines Nach-dem-Frühstück-Dösi gemacht. :-) Bevor wir auf Erkundungstour gehen, liefern wir noch unsere Wäsche bei einer Kleiderreinigung ums Eck ab und gönnen uns eine Massage. In einem Blind-Massage-Studio werden wir von zwei sehbehinderten Masseuren gut durchgeknetet. Ich bekomme dafür sogar einen netten Pyjama. :-)

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Danach begeben wir uns Richtung Zugstation. Die beste Möglichkeit in kurzer Zeit viel von Yangon zu erleben und auch die Bevölkerung im Alltag zu sehen, ist den „Yangon Circle Train“ zu nehmen. Das ist quasi der Regionalzug der Stadt. In gut drei Stunden passiert man 39 Haltestellen und erlebt die Stadt abseits von Tourismus. Tickets bekommt man an jedem der kleinen Bahnhöfe für unglaubliche 20 Cent pro Person. Die Züge sind alt, ohne Klimaanlage und auch ohne Toilette. Herrlich. Muss man aufs Klo, muss man an einer Haltestation aussteigen.

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Gleich vorweg: Aufgrund der Geschwindigkeit und des Schwankens des Zuges sind leider einige Fotos unscharf geworden.

Die Fahrt ist wackelig aber wesentlich ruhiger als die Zugfahrt nach Mandalay. Wir bewegen uns vom Stadtzentrum in Richtung der Außenbezirke. Yangon präsentiert sich hier wie wir es von Myanmar bereits gewohnt sind und zwar in erster Linie verschmutzt und voll Müll. Wie wir es bereits kennen, werfen viele Menschen hier ihren Müll während der Fahrt einfach aus dem Fenster. Des Weiteren sammeln sich in Bahnhofsnähe meist Berge von Abfall an. In einem Land ohne funktionierender Müllentsorgung auch kein Wunder. Spannend sind auch die Wohnhäuser. Es gibt viele verdreckte Gebäude, die so baufällig sind, dass die Balkone schon weggebrochen sind, aber auch neuere Bauten, die (noch) nicht schmutzig sind, deren Wohnungen aber oft leer stehen. Nach kurzer Internetrecherche betreffend den Wohnungspreisen in Yangon erklärt sich auch warum. Wohnen hier ist teuer. Für eine 60qm-Wohnung legt man durchaus 500$ monatlich hin bzw. 100.000$ beim Kauf. Bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 250-300$ wird das natürlich schwierig zu bezahlen.

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Die Gleise werden in Yangon nicht nur zum Zugtransport sondern auch als Gehweg, Verkaufsstation oder auch Möglichkeit zum Trocknen der Kleidung herangezogen. Auch Kühe werden hier gefüttert. :-)

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Bei den Außenbezirken kommen wir an Gemüsefeldern vorbei und können den Bauern beim Ernten zusehen.

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Das Highlight der Fahrt bildet ein lokaler Markt, der mitten auf den Gleisen stattfindet. Das Gemüse wird so auf den Schienen positioniert, dass der Zug einfach darüber hinwegfahren kann. An dieser Station steigen wir aus und begutachten den Markt näher. Neben dem Verkauf auf den Gleisen gibt es auch Stände mit Überdachung. Dieser Bereich ist für unsere europäischen Nasen wieder eine Herausforderung. Natürlich stinkt es, wenn Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst den ganzen Tag in brütender Hitze unter Kunststoffplanen liegen. Davon haben wir leider keine Fotos da ein (sehr gruselig aussehender) Mann uns ziemlich schroff klar gemacht hat, dass hier fotografieren verboten sei.

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Während wir auf den nächsten Zug warten, können wir Arbeiter beobachten, die die Gleise reparieren. Aktuell wird an der Erneuerung des kompletten Schienennetzes gearbeitet. Bis 2020 soll das Zugsystem in Yangon mit neuen Wagons ausgestattet, die Taktung erhöht und das System automatisiert sein. Irgendwie bezweifeln wir den ambitionierten Zeitplan. Eine Eröffnung vor dem Flughafen Berlin sollte sich aber ausgehen. :-)

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Die Heimfahrt verläuft ruhig. Da es Abend wird, füllt sich auch der Zug mit vielen Einheimischen die von der Arbeit heimfahren bzw. in die Arbeit starten und bereits im Zug versuchen, ihre Ware zu verkaufen. Uns gegenüber sitzt ein Mann mit seinem Sohn. Der Kleine ist acht Jahre alt und geht in eine Privatschule, in das „International Language and Business Centre“. Stolz zeigt uns sein Vater die Hausaufgaben und wie gut er schon Englisch kann. Mit dem Sprechen hat er es noch nicht so (gut, welcher Achtjährige redet schon gerne mit Fremden in einer anderen Sprache?), aber er schreibt schon ganz gut. Der Kleine ist natürlich die große Ausnahme. Der Jahresbeitrag für internationale Schulen liegt in einer großen Bandbreite zwischen 1.000$ und 20.000$. Neben der Tatsache, dass sich solche Gebühren nur ein sehr kleiner Kreis leisten kann, kommt hinzu, dass Kinder hier auch oft noch als Arbeitskraft benötigt werden, um zum Familieneinkommen beizutragen. Und wieder bin ich dankbar, in einem Land geboren worden zu sein, in dem es selbstverständlich ist, dass jedes Kind in die Schule geht.

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Als wir wieder an unserer Haltestelle ankommen, ist es schon dunkel und wir beschließen sogleich Abendessen zu gehen. Diesmal hat das von Armin ausgewählte Lokal offen. In einem kleinen Thai-Restaurant genießen wir Glasnudelsalat, Pad Thai, ein grünes Curry und ich freue mich besonders über Sticky Rice mit Mango. :-) Obwohl Chinatown bei unseren Recherchen über Yangon als lebendiges Zentrum angepriesen wurde, springt der Charme nicht auf uns über. Da die Stadt zum Großteil noch nicht kanalisiert ist, riecht es entsprechend. Die Gehwege sind in der Regel direkt über dem Abflusssystem. Klar, asiatische Großstädte sind grundsätzlich etwas geruchsintensiver als wir das in Europa gewöhnt sind. Aber Yangon ist schlimmer. Auch Mandalay war diesbezüglich (warum auch immer) weitaus nicht so wild. Dementsprechend ziehen wir uns bald wieder in unsere heile Welt - also in unser schönes Hotelzimmer - zurück. Es gibt Tage, da müssen wir – um neue Kraft zu sammeln – einfach die Realität aussperren und die Köpfe in den Sand stecken bzw. in unserem Fall unter die Bettdecke.

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Comments


Barbara Hofer 11.14.2018

ojehhhhh Armin genau do tat i gearn wohnen,sou dreckig,für ins europäer schun eher gewöhnungsbedürftig,!!!!!!!do ischs am Strond schun schianer,passt af enk au,Bussi

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