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Ab nach Hanoi

Ab nach Hanoi

Herzlich verabschieden uns Lutz und seine Frau am Morgen und fragen, ob wir nicht doch etwas länger bleiben möchten. Eigentlich ja schon, aber Vietnam wartet. Erstaunlich, wie schnell die Zeit doch vergeht. Wir werden unseren Bungalow auf Don Det vermissen, aber wir müssen weiter. Also steigen wir auf, ausgerüstet mit einem Ticket für den Bus, auf ein kleines Boot, das uns in wenigen Minuten zum Fährhafen bringt. Dann spazieren wir zum Bus und es heißt wie üblich Warten. Dann werden wir in einen etwas älteren Bus gestopft und die Fahrt geht los. Es rumpelt wie gewohnt, aber wir kommen zügig voran. Eigentlich haben wir einen Direktbus ohne Stopp gebucht, aber wie in Laos so üblich, kann man problemlos während der Fahrt noch jemanden auflesen. In unserem Fall fährt der Bus kurz rechts ran und ein junger Mann mit Helm steigt ein, spricht kurz mit dem Fahrer und zusammen steigen sie aus. Wir erfahren recht schnell warum.

Anscheinend ist der Scooter des jungen Mannes müde geworden und will nicht mehr selber fahren. Also muss der jetzt in den Bus. Zusammen zerren die beiden das schwere Teil mitten in den Gang des Busses, klettern über das Moped zurück auf ihre Sitze und die Fahrt geht weiter. Ich denke kaum, dass es für solche Aktion in Europa auch noch Hilfe vom Fahrer gäbe. :-)

3 Stunden später erreichen wir Pakse und checken wieder in das uns bekannte Hotel ein. Auf der Dachterrasse genießen wir einen Cocktail und verziehen uns in unser Bett da es unglaublich windig ist. Wir schlafen gut und genießen das großzügige Buffet-Frühstück. Raphaela kann gar nicht mehr aufhören zu essen. Dann holt uns ein Tuk Tuk ab und bringt uns zum  Flughafen. Die Jungs an der Rezeption hatten gemeint, wir sollten doch ca. 1,5h vorher dort sein. Wir halten uns an die Empfehlung und merken bald, dass wir mehr Zeit fürs Frühstück hätten einplanen sollen. Wir sind wohl auf dem kleinsten Flughafen angekommen, den wir jemals gesehen haben. Der Check In passiert an zwei kleinen Schreibtischen, Koffer werden per Hand verladen, da es keine Gepäckbänder gibt und so manche Schulklasse in Laos scheint mehr Stühle zu haben, also der Wartesaal. Es gibt anscheinend zwei Gates, benutzt wird aber nur eines. Nach 5 Minuten sind alle Formalitäten erledigt und wir warten eine weitere Stunde, bis wir zu unserem Flieger spazieren können.

Positiv überrascht von der neuen Maschine und dem überaus freundlichen Personal geht es in ca. einer Stunde nach Vientiane. Und natürlich bekommen wir auch Essen serviert. Lecker…. ;-)

 

In Vientiane heißt es dann wieder warten, denn wir haben vier Stunden Aufenthalt. Wir müssen allerdings unser Gepäck abholen und neu aufgeben. Können wir zwar nicht ganz nachvollziehen, schließlich fliegen wir ja mit der gleichen Fluglinie (und wie sich später herausstellt auch mit der gleichen Maschine) weiter nach Hanoi. :-) Aber wenigstens kann man sich am Flughafen Vientiane nicht verirren, es gibt schließlich nur ein Gepäckband. :-)

Wir vertreiben uns die Zeit damit, den einzigen Shop im Flughafen zu betrachten. Besonders amüsieren mich die angebotenen Weißweine. Die meisten sind bereits oxidiert und nicht mehr zum Trinken geeignet. Lässt sich leicht an der goldbraunen Farbe erkennen, die nicht ganz typisch für frische, junge Weißweine ist. :-)

Dann geht es bereits weiter nach Hanoi. Der Flug verläuft problemlos, ebenso wie die Einreise nach Vietnam, wir lächeln die Mitarbeiter bei der Immigration-Office an und bekommen unsere Stempel in den Pass. Wenige Minuten später sitzen wir auch schon im Bus 86 Richtung Altstadt. Der Bus hat W-Lan!!!  Die Taxifahrer (die sehr gerne Touristen ausnehmen) sind weniger erfreut über die regelmäßig verkehrenden Buslinien, aber uns soll das nur recht sein. Sogar unser Hotel hat uns noch eine Mail geschickt mit der Warnung vor diesen Fahrern. :-) Hanoi gefällt uns sofort. Der Verkehr ist verrückt und mit nichts vergleichbar, was wir bisher gesehen haben. Jeder fährt wie er will. Einbahnstraßen sind nur ein gutgemeinter Hinweis, so wie Verkehrsregeln generell. Will man eine Straße überqueren, heißt es Augen zu und durch. Die Scooter und Autos fahren dann einfach rund um einen rum. Niemand bleibt für einen stehen. Um eine straße zu überqueren muss man also mutig sein. :-) Es ist deutlich kühler als in Laos (wir sind ja auch weiter im Norden) und wir werden leicht an Weihnachten zu Hause erinnert. Bisher dachten wir ja, wir würden davon nichts mitbekommen. Allerdings haben wir die Rechnung wohl ohne die Weihnachtsdekostraße in Hanoi gemacht. Mindestens einen Kilometer lang reiht sich Dekogeschäft an Dekogeschäft. Vom Adventskranz über Christbaumkugeln bis hin zu lebensgroßen Styroporschneemännern kann hier alles gekauft werden, was das Weihnachtsherz begehrt. :D

Beim Spazieren durch die Stadt spricht uns ein junger Vietnamese namens Tah an und fragt, ob wir ein paar Minuten Zeit haben. Haben wir, denn er möchte mit Touristen sprechen um sein Englisch zu verbessern. Erst sind wir skeptisch, denken wir doch an irgendeinen Trick um Geld zu ergattern (es gibt solche Maschen), verbringen dann aber ca. eine Stunde damit, uns wirklich nett mit Tah zu unterhalten und lernen viel über Vietnam und seine Eigenheiten.

Wir erzählen ihm auch von den Christkindlmärkten in Europa und vom Glühwein. Und wie es der Zufall will, spazieren wir wenig später an einer Bar vorbei, wo es Glühwein gibt. Ein Ire und eine Italienerin haben hier zusammen ein Lokal eröffnet und somit lag der Gedanke nahe, im Winter Glühwein anzubieten. Wir lassen uns nicht zweimal bitten und trinken den besten Glühwein, den wir seit mindestens einem Jahr hatten. :-) Scherz beiseite, er war wirklich ausgezeichnet, selten so einen guten bekommen –mit Zimtstange, Sternanis und Orange drin!

Anschließend besorgen wir uns unsere ersten vietnamesischen Frühlingsrollen die zwar lecker sind, aber uns noch nicht endgültig überzeugen. Aber wir haben ja noch einiges an Zeit.

Hanoi gefällt uns auf jeden Fall sehr gut, die Stadt ist lebendig und verrückt. Da wir ein Zimmer ohne Fenster haben, bekommen wir glücklicherweise vom Verkehrslärm nichts mit und so kuscheln wir uns in Vorfreude auf die nächsten Tage in ein weiches (!) Bett.

Comments


Siko 12.21.2018

Super, olm wieder eppes nuis. Viel Spass weiterhin.

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