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Schifffahrt nach Bagan

Schifffahrt nach Bagan

Heute müssen wir wieder einmal früh aufstehen. Wir finden, dass sich das zwar gar nicht gehört, können es aber nicht ändern, da wir doch mit dem Boot nach Bagan weiterreisen wollen. So läutet um 5.15 Uhr unser Wecker, denn wir werden schon wenige Minuten später abgeholte. Alles klappt bestens und das Taxi ist pünktlich wie vom Hotel bestellt vor Ort. Wie alle Burmesen, die wir bisher kennen lernen durften ist auch der Taxifahrer sehr freundlich und spricht gut Englisch. Er erzählt uns, dass er es seit drei Jahren lernt und weist auf ein sehr dickes Englisch-Lernbuch, das auf dem Rücksitz liegt.

In wenigen Minuten bringt er uns zur Anlegestelle am Fluss Irrawaddy. Die Anlegestelle liegt mitten in den Slums vor Mandalay. Die Bewohner verdienen sich hier durch Hilfsleistungen etwas dazu wie  z.B. mit dem Tragen des Gepäcks der Touristen auf das Boot. Der Fluss dient natürlich auch als  Nahrungsquelle und Waschort. So können wir vom Boot aus sowohl einige Fischer beobachten als auch Einheimische beim Wäschewasche sowie beim Zähneputzen. Hier wird einem wieder vor Augen geführt, welches Geschenk klares fließendes Wasser aus der Leitung doch ist.  

Burma Myanmar Mandalay Bagan Schiff Irrawaddy Pagode Restaurant

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Die Bootsfahrt haben wir über unser Hotel gebucht. Leider fahren die günstigen Boote, welche hauptsächlich von Einheimischen benutzt werden gerade nicht, weshalb wir uns für die Touristen-Variante für ca. 35€ pro Person entscheiden müssen. Essen ist inklusive, interessanter wäre das Boot zusammen mit den Einheimischen gewesen.

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Neben uns sind bis auf drei asiatische Damen nur Westler am Schiff. Eine Reisegruppe älterer Deutscher ist auch dabei (Auszug aus den Aussagen der ersten fünf Minuten: „Wie die hier die Umwelt mit ihren Schiffen verschmutzen, echt eine Frechheit.“ „Wie, die kommen jetzt echt runter aufs Boot und fragen um Geld (54 Cent), nur dafür, dass sie meinen Koffer aufs Boot getragen haben? Das ist doch eine Frechheit. Ich dachte, das gehöre zum Service.“ „Jetzt wollte ich mir einen Toast beim Frühstück holen, da stehen drei spanische Touristen mit ihrem Rucksack vor dem Buffet, sodass keiner rankommt. Absolute Frechheit. Ich habe jetzt nur Tee genommen, das konnte ich mir nicht weiter ansehen.“) Wir sind echt froh, dass wir auf unseren ganzen Reisen so viele netten deutsche Touristen kennenlernen durften. Somit wissen wir, dass die Klischees glücklicherweise bei Weitem nicht auf alle zutreffen. Heute wars aber leider der Fall, das Wissen beruhigt aber trotzdem ungemein. :-)

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Zugegeben, der Herr am Foto hier ist kein Deutscher sondern Brite. Als man ihm zuhörte konnte man das Gefühl nicht unterdrücken, jemanden bei der Besichtigung seiner ehemaligen Kolonialgebiete zu begegnen. :-) Denn wie könnte es anders sein, stand Myanmar (damals noch Burma) bis 1948 unter britischer Kolonialherrschaft. Davon zeugen auch noch die Namen einiger Schiffe. Das Empire war einfach überall.

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Die Fahrt stellt sich auch für mich als Lernphase heraus. Ich könnte mich jetzt lauthals über penetrante Touristen auslassen, die sich über Kleinigkeiten am Boot beschwert. Aber einerseits würde das meine Reise nicht besser machen und andererseits finde ich es einfach schade, wenn man auf Reisen geht und erwartet, dass alles so ist wie zu Hause. Wieso denn dann reisen? Und wenn dieses Land hier eines zeigt, dann dass Freundlichkeit nicht vom Wohlstand abhängig ist.

Wir machen es uns also auf dem Oberdeck in der Sonne gemütlich und holen uns auch ein kleines Frühstück, bestehend aus Toastbrot mit Marmelade und Bananen. Mehr braucht es auch nicht und uns stehen auch keine Spanier im Weg. :-)

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Während der Fahrt können wir die schöne Landschaft bewundern. Bauern, die ihre Felder bestellen. Einheimische beim Morgensport. Und natürlich jede Menge Pagoden. Ich befürchte fast, von denen werden wir in nächster Zeit noch mehr sehen. :-) Darauf freuen wir uns schon.

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Nach ca. drei Stunden Fahrt halten wir. Uns ist zunächst nicht ganz klar was jetzt passiert. Die deutsche Pensionistentruppe hat einen deutsch sprechenden Guide dabei, der einen Zwischenstopp in einem Dorf organisiert, wo Tontöpfe hergestellt werden und man eine Werkstatt besichtigen kann. Erinnert gerade irgendwie an eine Kaffeefahrt, geht auch in die Richtung. Viele Guides verdienen sich nämlich eine Kleinigkeit über Provisionen hinzu, wenn sie Touristen in gewisse Geschäfte bringen. Der Stopp ist trotzdem sehr interessant. Wir sehen Einheimische beim Wäschewaschen und Baden, man winkt uns fröhlich zu. Besonders die Kinder sind herrlich. Dieses Lächeln und Strahlen sieht man selten.

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Da Armin keine Lust hat aufzustehen, schickt er mich auf Erkundungstour und gibt mir dabei noch 5.000 Kyat mit, sollte ich irgendwo Eintritt bezahlen müssen. Zur Erinnerung, das sind 2,74€. So spaziere ich also mit der Gruppe mit und lande bei einer Hütte, in der eine Frau vorführt wie sie die Tontöpfe klopft. Den Ausführungen des Touristenführers lausche ich jedoch nicht, ich bin leider abgelenkt bin vom abfälligen Gelaber eines Mitreisenden. In der Hütte schläft ein kleines Kind in einer Wiege (Foto war leider verschwommen). Frau: „Oh, guck mal. Das kleine Kind schläft. Wie goldig!“ Mann: „Dem haben sie sicher vorher was gegeben, damit es so ruhig ist.“ Was habe ich vorhin gesagt über freundlich bleiben? Ich entferne mich von der kleinen Töpferfabrik, weil ich einen eventuellen Wutausbruch bei weiteren intelligenten Kommentaren meines Mitreisenden verhindern will. :-)

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Am Weg zurück zum Schiff, begegne ich noch einigen Kindern. Wir empfinden die Burmesen als sehr schönes Volk. Die Mädchen sind bildhübsch (das findet nicht nur Armin) und die Kinder sind unglaublich süß. Während ich so fotografiere sehe ich, wie in kleiner Junge versucht einem Mitreisenden etwas zu verkaufen. Ich höre nur: „What should I do with this? No, thank you, I don’t want it.“ Der Junge steht traurig in meiner Nähe, ich gehe auf ihn zu, sag Hallo und stelle mich vor. Nachdem ich frage, ob er etwas für mich hat, kramt er eine kleines Tongefäß aus seiner Hosentasche. Er nickt, als ich ihn frage, ob das gemacht hat und ob ich es behalten darf. Daraufhin tauschen wir meinen 5.000 Kyat-Schein gegen sein kleines Tongefäß. Mir ist natürlich klar, dass der Kleine auf Touristenfang geschickt wurde, allerdings habe ich das Gefühl, dass ihm die Aufgabe nicht sonderlich gefällt. Er tut mir ehrlich gesagt leid und fragt auch nicht einmal nach Geld oder nennt einen Preis. Für 5.000 Kyat kann eine Familie ca. 8kg Reise kaufen (lässt sich Armin nachher vorrechnen) oder einen ganzen Tag einen Elektroscooter mieten. Für 25.000 Kyat fährt einen ein Taxifahrer einen ganzen Tag von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Auf Basis dessen ist klar, dass die 5.000 Kyat sicher zu viel für das kleine Gefäß (5x5cm) waren, allerdings rede ich mir ein, dass der Junge zumindest den nächsten Reissack für seien Familie mitfinanzieren kann.

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Armin muss natürlich sehr grinsen, also ich ihm erzähle, was ich gerade gekauft habe, später gibt er zu, dass er mich und mein weiches Herz über alles liebt. Er kann grinsen so lange er will. Ich bin sicher, dass ich mit diesen (für uns doch unerheblichen 2,74€) etwas Gutes getan habe. Und ich habe jetzt auf jeden Fall einen burmesischen Glücksbringer. :-)

Nachdem wir wieder aufbrechen gibt es Mittagessen. Reis mit Gemüse und gebratenen Nudeln werden serviert. Dazu gibt es Wasser- und Honigmelone. Es ist sehr lecker. Armin gönnt sich auch ein Bier. Danach baut er sich eine kleine Höhle an Deck um ein Nachmittagsschläfchen zu halten. In der Sonne ist es nämlich nicht auszuhalten. Ich sitze währenddessen im Schatten und höre mir (endlich!) das neue Album der EAV „Alles ist erlaubt“ auf Spotify an. Dreimal hintereinander. Ja, so gut ist es! Das Abschiedsalbum einer meiner absoluten Lieblingsbands ist sehr gelungen. Mastermind Thomas Spitzer unterstreicht hier eindrucksvoll warum er zu den besten österreichischen Liederschreibern gehört. Ich empfehle das Lied „Am rechten Ort“, passend zu unseren Erlebnissen hier in Myanmar. Und falls jemand fragt, ja ich konnte die ganze Schifffahrt streamen. So gut ist der Handyempfang hier. Durchgehend 4G! Da können wir uns in Europa noch einiges abschauen, wenn wir alleine die Netzausfälle in ländlichen Gegenden z.B. in Österreich oder Deutschland betrachten.

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Nach etwas mehr als 10 Stunden Fahrt kommen wir um ca. 16.30 Uhr in Bagan an. Natürlich kommen sofort dutzende Tuk-Tuk- und Taxifahrer auf uns zu, die uns in die Stadt bringen wollen. Da sich Armin wieder einmal bestens informiert hat, weiß er, dass wir nur ein paar hundert Meter die Straße entlang gehen müssen, um Taxi zu normalen Preisen zu bekommen. Zuvor müssen wir noch Eintritt bezahlen. Ja, das gibt es auch in Myanmar. Wir bezahlen 25.000 Kyat pro Person und bekommen ein Ticket, das drei Tage gültig ist (seit 1. Juli 2018 nicht mehr 5 Tage). Damit dürfen wir alle Tempel besuchen, heißt es. Nach ein paar Minuten Fußmarsch schnappen wir ein Taxi. Obwohl hier wie bei uns Rechtsverkehr herrscht, haben die Autos das Lenkrad auf der „anderen“ also auf der rechten Seite. Das liegt daran, dass die meisten Autos aus Japan importiert werden. Zu einem guten Preis bringt uns unser Taxi in wenigen Minuten zu unserem Hotel. Wir haben uns für die nächsten vier Nächte im „Gold Star“ eingemietet. Es stellt sich leider als nicht ganz so toll heraus wie auf Booking.com angegeben. Weder gibt es einen Außenbereich, noch eine Barbecue-Stelle oder eine Dachterrasse. Auch ist die Größenangabe der Zimmer zu debatieren. Nach 30 qm sieht das nicht gerade aus. :D

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Aber was soll’s. Für unschlagbare 14€ die Nacht kann man wirklich nicht meckern. Wir haben ein großes B(r)ettchen, eine funktionierende Klimaanlage und ein einiges Bad. Das was uns irritiert, sind betende Mönche, die man per Lautsprecher in der ganzen Stadt hört. Die Lautsprecher sind nahe unseres Zimmer also werden wir wohl die Ohrstöpsel auspacken müssen. Auch gut. :-)

Da sich mein Hunger meldet und wir die Umgebung erkunden wollen, marschieren von Google Maps angeleitet in die nahe gelegene Food-Straße. Hier reiht sich ein nett aussehendes Lokal an das nächste. Obwohl wir die ganze Straße ablaufen entscheiden wir uns, das erste Lokal zu nehmen, das wir gesehen haben. Dies stellt sich als absoluter Glücksgriff heraus. Nicht nur, dass das Essen hier wirklich gut ist. Wir (besser ich, weil Armin doch keinen Hunger hat) bestellen Papaya-Salat und Pad Thai. Ich wiederhole: Pad Thai! Thailands Nationalgericht ist einer meiner Lieblingsspeisen und ich freue mich noch mehr, dass es wirklich gut ist. Dieses Pad Thai ist cremiger als die, die wir von Thailand gewohnt sind und geschmacklich wunderbar. Dazu trinken wir Cocktails. Und die haben es in sich. Da sie sehr süß sind, merkt man nicht, dass sie auch sehr stark sind. :-) Als Nachspeise gönne ich mir Chocolate-Pancakes. Und die sind mit Bananen gefüllt. Ahhh, so gut!

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Armin und ich bleiben nicht alleine. Zu uns gesellen sich eine Italienerin aus Matera und ein Schwede, der mehr nach Italiener aussieht als seine weibliche Gesellschaft. :-) Liegt vielleicht auch daran, dass er persischer Abstammung ist. Sein Name ist Benjamin und er studiert Medizin in Schweden. Da er gerade Uni-Pause hat, reist er durch Südost-Asien. In zwei Tagen wird er in einem Kloster in Mandalay eine Woche verbringend. Schweigend. Das hat er auch schon in Thailand gemacht und es hat ihm sehr gefallen. Wir sind beeindruckt und holen uns Infos, da wir auch schon über einen Klosteraufenthalt nachgedacht haben. Nein, das ist jetzt kein Scherz. Ich finde die Idee großartig. Ivana, die Italienerin, kommt nicht nur aus Matera in Süditalien (wie soll es anders sein: sie und Armin kennen die gleichen Leute in der süditalienischen Stadt…), sie spricht neben fließendem Englisch auch Deutsch und arbeitet als Übersetzerin. Dieser Job ermöglich ihr es viel zu reisen. Mega! Irgendwann holen wir noch einen allein sitzenden Briten an unseren Tisch und die EU ist fast perfekt. Da Lokale aus gesetzlichen Gründen leider um 22.30 Uhr schließen müssen, verlassen wir dann zwar sehr ungern aber doch das Weather Spoon’s (spitzen Lokal!!). Wir spazieren noch die Straße entlang auf der Suche nach einer offenen Bar und landen im HTI. Das Lokal gehört Tina aus Deutschland, die seit fast neun Jahren in Myanmar lebt. Dort verlängern wir unsere Party noch bis 1.00 Uhr und ich genieße endlich wieder einmal einen Martini Bianco. Nachdem sich die Cocktails und Bier auf Armins nüchternen Magen dann doch in seinem Gesichtsausdruck bemerkbar machen, beschließe ich meinen Mann ins Bett zu bringen. Das mit dem Sonnenaufgang habe ich eh schon lange abgeschrieben. Spoiler für morgen: Es wird nicht so viel zu berichten geben. Armin wird den Tag großteils im Bett verbringen (und seeeeeehr müde sein). :D

Comments


Barbara Hofer 10.19.2018

Olm saufn,hi hi hi

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