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Von Guilin nach Kunming

Von Guilin nach Kunming

Und weiter geht die Reise. Heute brechen wir zu unserer letzten China-Etappe auf. Wir fahren nach Kunming in der Provinz Yunnan im Südwesten des Landes. Da unser Zug erst um 14.53 Uhr von Guilin startet, haben wir alle Zeit der Welt. Wir schlafen also gemütlich aus, packen unsere Rucksäcke und spazieren zur Fähre. Die Fähre wird jeden Tag von einem anderen Fahrer-Kassiererin-Gespann betrieben. Mittlerweile wissen wir, dass diese Menschen auf den Fährbooten wohnen. Der hintere Teil des Bootes dient als Unterkunft, im vorderen (viel größeren) Bereich, werden die Passagiere transportiert. Heute können wir die anderen Fährbetreiber beim Wäschewaschen beobachten.

Auf dem Weg zur Bushaltestelle können wir dann noch Fotos zweiter weiterer Besonderheit machen. Zum einen treffen wir auf eine Tanz-Aufführung, die einen traditionellen Tanz einer regionalen Minderheit darbietet. Zum anderen finden wir wieder das abgepackte Geschirr/Besteck. An den zahlreichen Lokalen an denen wir so in den letzten Tagen vorbeispaziert sind, ist uns aufgefallen, dass die Schüsseln, Teller und Stäbchen in eingeschweißter Plastikverpackung auf den Tischen bereitgestellt werden. Das Geschirr kommt vom gleichen Lieferanten, wird also wohl morgens sauber angeliefert und nach Gebrauch wieder abgeholt.

Tatsächlich erscheint uns der Plastikverbrauch in China noch einmal deutlich höher als bei uns. Jeder Keks ist mindestens zwei Mal in Folie verpackt und wenn man Obst kauft, wird jeder Apfel in eine separate Tüte gegeben. Nicht sinnvoll, hier sollten wir alle an uns arbeiten.

Der Weg zum Bus dauert dann doch länger als gedacht. Wir laufen und laufen und es sind doch deutlich mehr als die 15 Minuten, die uns der Hotelbesitzer beschrieben hat bis wir beim Busbahnhof ankommen. Als wir dort eintreffen biegt gerade ein Bus um die Ecke, der vor uns stehen bleibt. Der Fahrer ruft laut „Guilin?“ raus und wir steigen ein. Auf die gleiche Weise nimmt er auch noch rund ein weiteres Dutzend Fahrgäste mit, damit der Bus ja schön voll ist. Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrtzeit heißt es dann 7 km südlich von Guilin Endstation. Alle steigen aus und wechseln zu den lokalen Stadtbussen (Elektrobusse!!!). Einer davon bringt uns dann zum Bahnhof. Dort besorgen wir uns noch Mittag- und Abendessen, da wir erst um 22.00 Uhr in Kunming ankommen werden. Kann sein, dass Armin hier etwas übermotiviert war? :D

Die ca. 7-stündige Fahrt im Highspeedzug kostet ca. 46€ pro Person. Wir sind ja mittlerweile große Fans dieser Züge. Leise, sauber und mit viel Beinfreiheit düsen wir Richtung Westen. Obwohl wir eigentlich keine Sitzplätze nebeneinander bekommen haben, tauschen alle mit uns Platz, sodass Armin und ich die ganze Fahrt über zusammen sitzen können. Das freut uns ungemein. :-)

Die Landschaft draußen verändert sich. Wir fahren zunächst lange durch flaches Grasland mit schönen Karstbergen im Hintergrund. Viele Reisfelder ziehen an uns vorbei. Verschwörungstheoretiker würden sich hier wohl fühlen. Aliens müssen hier Schriftzüge und sogar Gesichter in die Reisefelder gezeichnet haben. Reiskreise sozusagen. :D

Die Landschaft wird mit der Zeit bergiger und wir bewegen uns zu Armins Leidwesen durch lange Tunnel. Die mindern den Handyempfang. :D Dabei gewinnen wir auch an Höhenmeter. Kunming liegt nämlich auf 1.890 Meter Seehöhe, dementsprechend hat es auch nur mehr 19 Grad als wir ankommen.

Alle Highspeedzüge kommen in Kunming am Südbahnhof an. Von dort muss man die Ubahn zum Hauptbahnhof nehmen, wenn man weiterreisen möchte. Der Südbahnhof ist gigantisch. Wir kommen auf Gleis 30 an. Gleis 30!!!

Der Weg zur Ubahn ist schnell gefunden und vor uns stürmen alle Mitreisenden in die Wagons. Ein herrliches Bild.

Nach ca. 40-minütiger Fahrt (der Südbahnhof liegt 20km außerhalb des Zentrums) steigen wir eine Ubahn-Station zu früh aus, da ich leider etwas ungenau recherchiert habe. Unser Hotel heißt „Hanting Hotel Kunming Railway Station Branch“. Daher war meine Annahme, dass dieses neben dem Bahnhof liegen müsse. Dass die nächste Ubahn-Station aber viel näher am Hotel liegt, ist mir dabei leider nicht aufgefallen. Armin schon, nur da sind wir leider schon ausgestiegen. Also nochmals zurück, neue Tickets kaufen und dann heißt es, 15 Minuten auf die nächste Ubahn warten. Es ist ja eh erst 23.45 Uhr. :-/ Aber schlussendlich kommen wir gut im Hotel an. Das Zimmer ist zwar klein, dafür das Bett sehr gemütlich und die Matratzen zur Abwechslung angenehm weich. Zur Begrüßung steckt im Türschlitzt eine Karte, die uns (oder vielleicht doch eher Armin) auffordert, chinesische junge Damen ins Zimmer einzuladen. :D

Da ich Armin diese Art des Spaßes aber nicht erlaube, kuscheln wir uns sogleich ins Bett. :-) :-) Morgen soll es ja schon bald nach Dali weitergehen.

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