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Von Kunming nach Mandalay

Von Kunming nach Mandalay

Es ist echt unglaublich. Wir sind tatsächlich schon einen Monat unterwegs. Nachdem wir die Entscheidung zur Reise getroffen hatten, erschien die Zeit bis zum Start ewig. Und nun verlassen wir China, wir verlassen das erste Land. Das Ganze ist etwas unwirklich.

Und wie das nun mal so ist, müssen wir viel zu früh aufstehen. Wir haben einen Flug von Lijiang nach Kunming und anschließend einen Flug von Kunming nach Mandalay. Ursprünglich war ja geplant, noch einen Tag in Kunming zu verbringen, aber einerseits haben wir keine Lust mehr auf chinesische Großstädte und wenn wir eh nach Kunming fliegen, können wir gleich am Flughafen bleiben für die Ausreise nach Myanmar. Nachträglich  betrachtet, hätten wir unsere Reise nach Yunnan vielleicht etwas anders planen, von Guilin nach Lijiang fliegen und danach mit dem Zug über Dali weiter nach Kunming reisen sollen. Dann hätten wir uns einen Flug erspart. Aber nachher ist man immer klüger.

Aber zurück zum Thema. Der günstigste Flug (und der einzige mit inkludiertem Gepäck) startet um 08:05 morgens. Den haben wir gebucht und die sehr netten Jungs vom Hotel haben uns gesagt, wir sollen zwei Stunden vorher am Flughafen sein (kam mir zwar komisch vor, Lijiang ist ein kleiner Provinzflughafen, aber wir vertrauen den Einheimischen). Also werden wir um 05:30 vom Rezeptionisten zum Taxistand begleitet, wo bereits ein Kollege von ihm wartet. Für 100 Yuan sind wir (mit dem Kommentar, dass wir noch gaaaanz viel Zeit haben), schnell am Flughafen. Nach den üblichen Kontrollen haben wir wirklich noch viel Zeit. Und da Raphaela Gefallen an den Massagesesseln gefunden hat, probieren wir diese auch gleich wieder aus. Sie genießt es sichtlich und ist enttäuscht, als der Spaß nach 20 Minuten bereits wieder vorbei ist, meldet allerdings Interesse für eine weitere Runde am Flughafen Kunming an.

Es war ja die ganze letzte Woche über nicht sonderlich warm, der Flughafen ist aber noch zusätzlich gut klimatisiert. Und obwohl ich sehr kälteresistent bin, freue ich mich doch über die Decke aus dem Flugzeug nach Peking, die wir als Zusatzleistung für unser Flugticket angesehen und mitgenommen haben. Zusammen mit dem Mikrofaserhandtuch (einem Weihnachtsgeschenk meines Bruders) werden wir gut aufgewärmt, bis es endlich in den Flieger geht.

So verbringen wir einen ruhigen Flug, der hauptsächlich aus Einschlafen nach dem Start und Aufwachen bei der Landung besteht. Pünktlich um 09:05 kommen wir in Kunming an, holen unser Gepäck und suchen den Ausgang. Und wie üblich findet Raphaela überall sofort Freunde...

Während Lijiang ein kleiner und sympathischer Flughafen ist, starten und landen in Kunming jedes Jahr ca. 30 Millionen Passagiere (zum Vergleich: Wien hat 25 Millionen). Leider geht unser Anschlussflug erst um 14:35. So ist also Warten angesagt. Wir schmeißen uns also in ein Lokal der Kette Pacific Coffee und ich versuche etwas Kaffeeähnliches, das erst nach mehreren Tüten Zucker sowie Kakao-Pulver genießbar ist. Trotzdem überbrücken wir hier die nächsten zwei Stunden, dann geht es zum Check In. Und der wird mühselig. Zwar stehen nur ca. 15 Leute vor uns am Schalter, der Spaß dauert aber dann doch über eine Stunde. Denn da wir ja China verlassen, muss jeder Passagier ordentlich überprüft werden, ebenso wie sein Gepäck. Kurz sind wir überrascht, als uns die nette Dame am Schalter erklärt, dass wir ein Ausreiseticket aus Myanmar brauchen (was ja nicht stimmt). Sie gibt sich aber dann auch damit zufrieden, dass wir nachweisen, über genügend Devisen für unseren Aufenthalt in Myanmar zu verfügen. Die anschließenden Sicherheitskontrollen sind nicht sonderlich aufwändig (für China) sondern nur langwierig und dann warten wir auf unseren Flieger.

Zeit genug also, um ein letztes Mal die schönen Glutamatbomben zu kosten, die Chinesen so gerne auf den Reisen zu sich nehmen. Schmeckt nicht sonderlich, macht aber einigermaßen satt. Und natürlich ist mir bewusst, dass Chips mit Edamer eine Sünde darstellen, aber als ich sie gesehen habe, musste ich sie einfach kaufen (sie waren so ekelig wie erwartet und wurden entsorgt).

Etwas saur stößt uns allerdings der viele Müll auf, der für zwei Teller Nudeln fabriziert wird...

Ich liebe es ja, wenn viel zu große Flugzeuge für einen Trip disponiert werden. Jedenfalls ist unsere Maschine nur zu einem Drittel voll und so können wir uns gut verteilen. Kein Liegesitz stört einen angenehmen Flug, nur den Service der Flugzeugköstlichkeiten hätte man uns (wie eigentlich auf jedem Flug) ersparen können. Geschmeckt hat es nicht und was es war, wissen wir immer noch nicht so ganz. :-)

Es war ja die letzte Woche in Yunnan nicht sonderlich warm, insofern haben wir uns für den Flieger ordentlich eingepackt. In Mandalay gelandet trifft uns dafür fast ein Hitzschlag. Hier herrscht tropisches Klima mit einer Luftfeuchtigkeit die alles erdrückt. Fröhlich erklärt uns ein Taxifahrer, dass wir riesen Glück haben, es hätte ja schließlich bis gestern eine Woche lang geregnet. Wir sind hin und hergerissen, was wir denn bevorzugt hätten. Der Schweiß läuft an mir hinab, das Ergebnis ist wohl das Gleiche wie das eines Platzregens.

Einige Dinge sind bereits auffällig: Der Flughafen Mandalay sieht im Vergleich zu seinen Pendants in China aus wie ein Modellbau (1,3 Millionen Passagiere, wie niedlich). Die Leute sind unglaublich freundlich und strahlen einen die ganze Zeit an. Und Simkarten für die Handys zu kaufen ist ein Spaziergang.

Der Reihe nach: Der Flughafen ist echt winzig, in 2 Minuten ist man durch. Bei der Immigration interessiert sich niemand dafür, ob wir ein Ausreiseticket oder ähnliches haben. Im Nu sind unsere Pässe ebenso gestempelt wie die beiden Visa-Fresszettel, mit denen ich mich so lang geärger habe und wir sind offiziell in Myanmar. Auch das Gepäck ist schnell geliefert. Immerhin gibt es nur drei Gepäcksbänder, in Kunming waren es 15! Meinen Rucksack entdecke ich allerdings erst später auf einer Bank. Dort wartet bereits eine nette Dame und teilt mir mit, dass mein Rucksack keinen Gepäckschein hatte (ist wohl abgegangen) und ich ihr doch kurz zwei bis drei Dinge sagen sollte, die in dem Rucksack seien. Ist sofort erledigt, dann geht’s aus dem gesperrten Bereich. Beim Ausgang befinden sich die Shops der drei großen Handyanbieter. Innerhalb von 10 Minuten sind sowohl Raphaela als auch ich Besitzer von Simkarten (Telenor und Ooredeo) mit je 10GB Guthaben in wirklich flottem 4G-Netz (für zusammen ca. 12€). Dann besorgen wir die Tickets für unser Sammeltaxi, welches um 16 Uhr pünktlich abfahren soll (es wird 16:20, man wartet dann doch, bis der Wagen voll ist :-) ) und werden ca. eine Stunde später vor unserem Hotel abgesetzt. Die Straßenverhältnisse sind leider etwas holpriger, dementsprechend war es nicht möglich, ein scharfes Foto zu schießen. :-)

Im Hotel empfängt man uns liebevoll mit persönlicher Begrüßung, zahlreichen Komplimenten an mich für meine hübsche Frau (…, als wäre ich nicht auch hübsch), frisch gepressten Zitronensaft, einer Dusche, einem B(r)ettchen und einer Dachterrasse mit Begrüßungsdrink. Es ist echt unglaublich, wie liebenswürdig und freundlich die Menschen hier sind. Alleine die Begrüßung mit „Danke, dass ihr unser Land besucht!“, möchte ich in Tirol oder Süd-Tirol mal hören…

Nur die Stromversorgung scheint in der Stadt nicht immer gesichert zu sein. Unser Hotel hat aber augenscheinlich mit einem beeindruckenden Generator vorgesorgt., kein Kinderkram...

Nach einer dringend notwendigen Dusche lassen wir unseren Abend beim gratis Begrüßungscocktail auf der Dachterrasse ausklingen. Das Essen sieht zwar besser aus als es schmeckt, trotzdem wird es ein sehr angenehmer Abend.

 

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