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Zwei Tage in Malakka

Zwei Tage in Malakka

Die Reise geht weiter und daher müssen wir leider unser tolles Apartment in Kuala Lumpur wieder verlassen. Hier würden wir es wohl noch länger aushalten…

Unser heutiges Ziel ist die ehemalige Handelsstadt Malakka. Sie liegt ca. 150km südlich der malaysischen Hauptstadt an der Meerenge zwischen Malaysia und der indonesischen Insel Sumatra, der Straße von Malakka.

Zunächst bringt uns ein Grab zum südlichen Busbahnhof, von wo wir in einem als Bus getarnten Eiskasten in 2,5h nach Malakka gebracht werden. Da die Stadt ein sehr beliebtes Wochenend-Ausflugsziel für Menschen aus Malaysia und Singapur ist, verlief die Suche nach einer günstigen Unterkunft etwas mühsam. Wir müssen ja auch an einem Samstag hinfahren…da hätten wir vielleicht etwas besser planen können. Ich konnte Armin schließlich überreden ein Hotel mit einer 7,8-Bewertung auf Booking zu buchen (normalerweise sieht er Bewertungen unter 8,0 nicht mal an). (Edit Armin: Zurecht, wie sich zeigen wird…).

Wir bekommen leider ein Zimmer im Erdgeschoss zugewiesen. Es ist unglaublich hellhörig, liegt direkt neben dem Hoteleingang, der Rezeption und dem Aufzug und die Motoren der Klimaanlagen des ganzen Hauses liegen schön vor dem Fenster. Sumsumsum, wie ein Bienenschwarm. :-) Das Fenster schaut auf eine dunkle Gasse und hat keine Vergitterung oder dergleichen – super zum Einschlagen. Als dann noch eine tote Kakerlake neben dem Bett liegt reicht es uns. Wir wollen ein anderes Zimmer. Armin fragt die Rezeptionistin, die meint, sie hat keine Standart-Zimmer mehr. Als Armin dann erwähnt, dass er Superior gebucht hat, stammelt sie etwas rum und es wird schnell klar, dass sie uns nicht unsere gebuchte (und bezahlte) Kategorie gegeben hat, sondern das billigste Zimmer im ganzen Haus. Sie versucht sich darauf auszureden, dass alle Superior-Zimmer im Haus bereits ausgebucht sind. Armin zeigt ihr, dass  Auf Booking noch 3 Zimmer der Superior-Kategorie zur Buchung angeboten werden und trotzdem diskutieren wir fast 1,5 Stunden mit der Dame an der Rezeption. Sie erklärt uns immer wieder, dass die freistehenden Zimmer für Upgrades von last-minute-Buchungen reserviert sind. Ähm…ja…was? Wir könnten aber den Aufpreis für ein Zimmer einer höheren Kategorie zahlen (noch einmal ca. 150% unseres bereits bezahlten Zimmerpreises und damit sogar noch teurer als die höchste Kategorie auf booking). Klar, sonst noch was?!? Irgendwann verlangt Armin das Hotel-Management zu sprechen und die Rezeptionistin meint, sie ruft gleich an, wir sollen warten. Während ich bereits resigniere, gibt Armin nicht auf und fragt noch einmal nach. Damit ist die Rezeptionistin gezwungen, endlich ihre Vorgesetzten zu kontaktieren und nach einem kurzen Telefonat bekommen wir endlich das Zimmer, das wir gebucht haben. Dieses ist sauber und ruhig und schaut so aus, wie auf den Fotos auf booking… Ach, warum nicht gleich so? Wir stöbern noch einmal durch die Bewertungen und es zeigt sich, dass das Hotel eine 7,8 hat, weil das Personal und die Parkplatzsituation mehrfach miserabel bewertet wurden. Die Kritik am Personal können wir nachvollziehen, uns ist selten so offensichtlich ins Gesicht gelogen worden…

Malakka zählt seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe und war über mehrere Jahrhunderte wichtiger Handelsknotenpunkt für Chinesen, Inder und Araber. Ab dem 16. Jahrhundert wurde es von verschiedenen europäischen Kolonialmächten erobert. Zunächst von den Portugiesen, dann von den Niederländern und – wie könnte es anders sein – kamen dann im 19. Jahrhundert die Briten zum Zuge. Aus dieser Zeit sind noch einige Bauwerke übrig und diese wollen wir heute und morgen besuchen. Unser Hotel liegt nicht weit vom Stadt-Zentrum und so können wir alles in Ruhe zu Fuß erkunden.

Leider entpuppt sich Malakka nicht als das, was wir erwartet haben. Die historischen Bauten oder besser Ruinen sind in wenigen Minuten besichtigt, die berühmte Jonker-Street, in der sich das meiste Leben abspielen soll, ist ein Dauer-Markt, auf dem hauptsächlich Ramsch und (glücklicherweise leckeres) Essen verkauft wird. Der Fluss, der sich durch die Stadt zieht versorgt den Ort mit angenehmen "Eau De Kläranlage".

Weltreise Worldtrip Malaysia Malakka Malaka Malacca A Famosa Fluss River Streetart Jonker Street

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Ich weiß, dass klingt jetzt alles sehr nach „erste-Welt-Probleme“, aber wir haben uns hier wirklich mehr erwartet. In den zahlreichen Blogs, die ich über den Ort gelesen habe, war von einer „beeindruckenden Kolonialstadt“ die Rede. „Die schönste Stadt von Malaysia“ soll das hier sein. Ganz ehrlich? Ich hoffe, das Land hat doch noch mehr zu bieten als das hier. Eigentlich würde ein Tagesausflug hierher genügen, denn man hat hier sehr schnell alles gesehen. Einzelne nette Gebäude machen halt noch keine Stadt. 

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Wir beschließen in unserem Frust also die Besichtigung der wichtigsten Attraktionen auf morgen zu verschieben, auch in der Hoffnung, dass dann etwas weniger Touristen in der Stadt sind. Zunächst quälen wir uns durch den Markt in der Jonker—Street. Armin findet dabei nicht nur leckeres Essen, sondern auch wieder einen kleinen Freund mit unglaublich schönen grünen Augen. :-)

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Danach wandern wir noch etwas durch die Seitenstraßen und entdecken wirklich coole Streetart. Streetart – also Kunst auf Außenmauern, so dass sie für jeden sichtbar ist – ist eigentlich berühmt in Georgetown, aber offensichtlich hat man sich die Popularität dieser Kunstform auch in Malakka zu Nutze gemacht und ich finde, dass hier ganz schöne Bilder herausgekommen sind.

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Den Rest des Abends verbringen wir in verschiedenen Bars entlang des Malakka-Rivers. Hier kann man bei einem Bier sehr gemütlich den Tag ausklingen lassen und für mich gibt es sogar Cider. Also bekommt die Stadt doch einen Pluspunkt. :-) Das Flussufer ist wirklich nett und versöhnt uns etwas mit Malakka.

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Auf dem Heimweg kommen wir dann leider nicht an diesen Teilen hier vorbei:

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In Malakka hat man die Touristen-Bespaßung auf ein neues Niveau gehoben. Fahrer in aufwendig dekorierte Rikschas mit blinkenden Lichtern kutschieren hier ihre Gäste durch die Stadt. Jeder Wagen ist anders. Wir sehen Spiderman, Pikatchu. Anna, Elsa und Olaf von Disney’s Frozen – die Eiskönigin darf natürlich nicht fehlen – und (wie könnte es anders sein) jede Menge Hello Kitty. Und die Verzierung ist natürlich noch nicht genug. Dazu gibt es auf jeden Wagen ohrenbetäubende K-Pop-Musik in der Hardcore-Version. Für alle Unwissenden: K-Pop ist koreanische Popmusik, die sich in ganz Süd-Ost-Asien unglaublicher Beliebtheit erfreut. So sehen wir in den Rikschas nicht nur chinesische Urlauber, auch viele muslimische und indische Touristen fahren mit einem großen Lächeln durch die Stadt. Spannenderweise hauptsächlich Frauen. Wir können die Liebe zu den blinkenden kitschigen Fahrzeugen nicht ganz nachvollziehen, aber den Leuten hier scheint es sehr zu gefallen. :-)

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Glücklicherweise schlafen wir gut und so sind wir fit für das Touristen-Programm. Neben dem Malakka-River hat man ein portugiesisches Schiff aus dem 16. Jahrhundert nachgebaut und ein kleines Museum dort etabliert, das Flor de la Mar. Klein trifft es hier sehr gut, da man in wenigen Minuten durch ist und bei jedem Bild dasselbe erklärt wird. Dass die Portugiesen hier gelandet sind und Handel mit Chinesen und Indern betrieben haben. Der Eintritt von 1€ pro Person tut dann wenigstens nicht weh und Armin kann sich ein bisschen wie ein Kapitän fühlen.

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Unweit davon liegt der Time Square, auch Dutch Square genannt, und wie der Name schon sagt, stammt dieser rote Platz aus der Zeit der Kolonialherrschaft der Niederländer. Leider ist die Kirche, die Christ Church geschlossen (Auskunft Einheimischer als Armin auf das Schild der Öffnungszeiten verweist: „Maybe tomorrow!“ :-) ). Dafür lässt es sich Armin nicht nehmen sich auf ein Gruppenfoto einer chinesischen Urlaubsgesellschaft zu schummeln. :D

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Danach kommen wir ein bisschen ins Schwitzen als wir den St. Paul’s Hill hinaufgehen. Wie wir Katholiken es nun mal in der Geschichte gerne gemacht haben, bauten die Portugiesen nach ihrer Ankunft gleich einmal eine Kirche und diese natürlich auf einem Hügel oberhalb des Hafens, die St. Pauls Kirche. Die Ruinen davon lassen sich heute noch besichtigen und bieten vor allem eine etwas kühlere Abwechslung zur heißen Stadt. Außer den Verkaufsständen vor der Kirche kann man hier aber nicht viel bewundern.

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Direkt unterhalb der Kirche befinden sich die Überreste eines portugiesischen Forts aus dem Jahre 1511 namens A Famosa, dass auch von den späteren Kolonialherren weitergenutzt wurde.

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So viele Entdeckungen machen natürlich hungrig und wir entscheiden uns ausnahmsweise mal wieder für etwas Westliches. Nämlich dem Hard Rock-Café. Gleich vorweg: Ich liebe das Hard Rocks. Zum einen spielen sie immer gute Musik, die Ausstellungsstücke berühmter Künstler finde ich immer wieder cool und beim Essen weiß man, was man bekommt. Wie eigentlich immer entscheide ich mich für die Nachos und Armin bekommt einen Burger, mit dem er leider nur so semi-glücklich ist. Dafür bewundere ich eine Gitarre eines meiner Lieblingsmusiker, Bruce Springsteen und eine Jacke des Beach-Boys-Frontmans Brian Wilson, während in meinem Kopf der Ohrwurm „Good Vibrations“ läuft. :-)

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Danach machen wir im Hotel ein kleines Nachmittagsschläfchen, weil Temperatur und Luftfeuchtigkeit mittlerweile sehr anstrengend sind. Am Abend starten wir dafür dann den ultimativen Touri-Trip. Die Bootsfahrt am Malakka-River. Für ca. 6€ pro Person wird uns eine 45-minütige Tour auf neun Kilometer durch die Stadt versprochen. Wir merken schnell, dass man es mit den Angaben hier nicht so genau nimmt. Die Tour dauert nur 30 Minuten und die Fahrtstrecke sind auch nur ca. sechs Kilometer. Aber wir wollen da mal nicht zu streng sein, da der Ausflug wirklich nett ist und wir an vielen schön beleuchteten Straßen und Gebäuden inklusive der St. Francis Xavier Kirche vorbekommen.

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Unser Abendessen suchen wir uns dann am Nachtmarkt in der Jonker-Street zusammen und neben einem Schoko-Erdbeerspieß gibt es auch noch riesenlange Pommes die etwas eklig schmecken. :D (Edit Armin: Die Pommes waren gut, vielleicht hätte sich Raphaela einfach nicht für Pizza-Geschmack sondern klassisch für Ketchup entscheiden sollen???).

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Das eigentliche Highlight des Abends ist aber eine Karaoke-Show. Auf einer Bühne wechseln sich chinesische Herren (und eine Dame) höheren Alters (allesamt weit jenseits der 60)  ab um in voller Inbrunst asiatische Popsongs zum Besten zu geben. Wir sind hin und weg. Der Enthusiasmus der Sänger ist großartig. Hier wird keiner verurteilt, nur weil er oder sie nicht singen kann. Für den Mut, die Bühne zu betreten wird man mit ausreichend Beifall belohnt. Finden wir sehr cool. :-)

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Auch wenn Malakka sich nicht als das Highlight herausgestellt hat, von dem wir gelesen hatten, ist der Ausflug hierher doch sehr nett geworden. Für mich zeigen sich einmal mehr zwei Dinge: 1. Traue keinem Reiseblogger. Die geschönten und romantisierten Berichte der selbsternannten „Travellers“ gehen uns mittlerweile ziemlich auf den Geist und spiegeln selten die Realität wider. Keine Frage, Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber es ist nicht immer alles nur schön. Eine amerikanische Bloggerin meinte zu Malakka sogar, dass man hier mindestens zwei Wochen verbringen muss um alles zu sehen. :D 2. Auch wenn etwas nicht den Erwartungen entspricht, kommt es immer darauf an, was man selbst daraus macht. Klar, wir hätten frustriert durch die Stadt laufen können und alles schlechtreden. Haben wir aber nicht. :-)

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